Ist es noch erstrebenswert Lehrer:in zu sein? Plädoyer für einen der schönsten Berufe der Welt
Ein Plädoyer für einen der schönsten Berufe der Welt
Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache:
📉 In NRW haben im vergangenen Jahr rund 700 Lehrkräfte den Schuldienst quittiert.
📊 Die Cornelsen-Schulleitungsstudie (Februar 2025) nennt erstmals die Gesundheit von Lehrkräften und Schüler:innen als zweitgrößte Herausforderung für Schulleitungen. In den Jahren zuvor tauchte dieses Thema nicht einmal in den Top 10 auf.
🧠 Und laut news4teachers trägt fast jede fünfte Lehrkraft ein hohes Risiko für Depression oder Burnout, so eine aktuelle Studie der Hamburger GEW.
Man könnte also sagen: Es steht nicht gut um den Beruf.
Aber genau an dieser Stelle möchte ich etwas anderes tun. Ich will keine weiteren Statistiken suchen, keine Krisen beschreiben.
Ich will ein Plädoyer halten:
Ja, Lehrer:in zu sein – das ist noch immer einer der schönsten und wichtigsten Berufe, die es gibt!
Warum? Weil Beziehung zählt.
Weil wir diejenigen begleiten dürfen, die unsere Zukunft gestalten.
Weil wir täglich erleben, wie Kinder und Jugendliche lernen, wachsen, scheitern und wieder aufstehen – und weil wir ihnen Räume eröffnen, in denen sie sich entdecken dürfen.
Weil es zwar oft anstrengend ist, aber noch viel öfter herzerfrischend, berührend, sinnstiftend.
Weil wir in jeder Schulstunde auch selbst lernen – über uns, über das Leben und über die Sichtweise junger Menschen, die uns die Welt ganz neu zeigen.
Weil Schule, trotz aller Systeme, ein Raum der Mitgestaltung ist – einer, in dem wir Haltung zeigen, Beziehung leben und Zukunft mitbauen.
Weil ich persönlich jeden Tag an dieser Aufgabe wachse. Und weil ich mich jeden Tag daran erinnere:
Ich mache einen Unterschied.
Und ja – es braucht Veränderung.
Wir brauchen neue Modelle, mehr Unterstützung, weniger Überlastung.
Wir brauchen ein System, das Beziehung stärkt, statt sie zu erschweren.
Aber die eigentliche Frage lautet:
Will ich Teil dieser Veränderung sein – und wenn ja, in welcher Form?
Das darf jede:r für sich selbst beantworten.
Was wir aber nicht vergessen sollten: Es gibt so viele mutige Menschen und Initiativen, die sich genau dafür einsetzen – mit Herz, mit Verstand, mit Vision.
Und vielleicht, nur vielleicht, beginnt Veränderung genau damit:
Mit dem Glauben daran, dass unser Beruf nicht nur gebraucht wird, sondern gebraucht wird mit Herz und Menschlichkeit.
Was ist deine Antwort?
Was gibt dir Kraft in deinem Alltag als Lehrer:in oder Pädagog:in?
Was hält dich – oder was lässt dich zweifeln?
Wir freuen uns über Austausch, Gedanken und Perspektiven. Denn: Beziehung schafft Bildung. Und Bildung braucht dich.
Anabell Dreber
Gründerin von BsB
Anabell ist Gründerin von Beziehung schafft Bildung und bereits seit vielen Jahren in der Schulentwicklung tätig.
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